Der Vater steht in der Tür, redet oder schweigt, und alles wirkt gewöhnlich, bis du aufwachst und dir einfällt, dass er nicht mehr lebt. Nach so einem Traum steht man schwer auf. Artemidor und das Egyptische Traumbuch behandeln das Bild mit Ernst, aber bemerkenswerterweise ohne jedes Erschrecken.
| Traumbild | Was die alten Bücher lasen | Quelle |
|---|---|---|
| Der Vater stirbt im Traum | „bedeutet dessen langes Leben“ | Egyptisches Traumbuch |
| Den verstorbenen Vater lebendig sehen | „bevorstehende unerwartete Freude“ | Egyptisches Traumbuch |
| Die verstorbenen Eltern zusammen | Unerwartete Freude | Egyptisches Traumbuch |
Was bedeutet es, vom verstorbenen Vater zu träumen?
Artemidor, in der Übersetzung von Friedrich S. Krauss (1881), hat keinen eigenen Eintrag für tote Eltern. Für alle Verstorbenen galt bei ihm eine Regel: Sie bedeuteten, was sie dem Träumenden im Leben gewesen waren. „… waren sie liebenswürdig, so bedeuten sie Glück und ein angenehmes Durchleben der Gegenwart, wenn nicht, das Gegentheil.“ Nicht der Tod stand also im Mittelpunkt, sondern die Beziehung.
Das Egyptische Traumbuch von 1870, erschienen unter dem Namen des Mönchs Aegydius Lebrecht, ist bei den Eltern auffallend freundlich. Nur ein Eintrag fällt aus dem Rahmen, und er ist nüchtern materiell: „Vater, ihn todt sehen: um eine Erbschaft kommen.“ Ansonsten liest das Buch die Wiederkehr der Eltern fast immer als Freude.
Was der Vater im Traum tut
Das sind Deutungen aus alten Traumbüchern, als Überlieferung wiedergegeben – kein Traum sagt die Zukunft voraus.
Was bedeutet es, wenn das Gespräch mit dem verstorbenen Vater mittendrin abbricht?
Der Vater ist da, sagt etwas, und der Traum endet mittendrin. Viele erzählen genau diese Variante. Artemidor und das Egyptische Traumbuch haben für das Gespräch keinen eigenen Eintrag. Psychologisch kehrt zurück, was nicht abgeschlossen wurde: ein Satz, der fehlte, eine Frage, die du ihm noch stellen wolltest. Das Stichwort zu Verstorbenen spricht ausführlicher davon. Wenn solche Träume dich regelmäßig schwer zurücklassen, sprich mit jemandem, dem du vertraust.
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Was bedeutet es, wenn der Vater im Traum stirbt?
Manchmal stirbt im Traum ein Vater, der noch lebt, manchmal einer, der schon gegangen ist, ein zweites Mal. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las die Szene, wie so oft bei Angehörigen, als Umkehrung: „Vater … ihn sterben sehen: bedeutet dessen langes Leben.“ Einen kranken Vater deutete dasselbe Buch als Gesundheit und Wohlergehen. Modern gelesen spricht der Traum vom Abschied, von der Angst davor oder von einem, der noch nicht verarbeitet ist, und nicht von einem Ereignis, das kommt.
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Wie der Vater erscheint
Was bedeutet es, den verstorbenen Vater im Traum lebendig zu sehen?

Er sitzt am Tisch, als wäre nichts gewesen, und erst beim Aufwachen fällt dir ein, dass er tot ist. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las das freundlich: „Vater … wenn er gestorben, wieder lebend sehen: bevorstehende unerwartete Freude.“ Artemidor dagegen las die Rückkehr eines Toten ins Leben allgemein als Verwirrung und Verluste. Zwei Bücher, zwei Urteile. Psychologisch ist es ein typischer Trauertraum: Der Kopf weiß längst, was das Herz noch übt.
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Was bedeutet es, wenn der verstorbene Vater im Traum ruhig und friedlich wirkt?
Es ist die mildeste Variante. Artemidor und das Egyptische Traumbuch unterscheiden nicht nach dem Gesichtsausdruck. Modern gelesen wirkt ein ruhig blickender Vater oft wie eine stille Billigung des Weges, den du gewählt hast, eine Erlaubnis, die du dir selbst noch nicht ganz gibst. Viele wachen nach diesem Traum mit einer schwer erklärbaren Ruhe auf, manchmal Jahre nach dem Verlust. Es lohnt sich, diese Ruhe zu bemerken und nicht zu schnell wegzuerklären.
Was bedeutet es, wenn der verstorbene Vater im Traum bekümmert ist oder schweigt?
Er sagt nichts, schaut weg oder wirkt traurig, und genau das bleibt hängen. Artemidor und das Egyptische Traumbuch kennen die Szene nicht. Modern gelesen fühlt sich ein schweigender oder abgewandter Vater oft wie eine Mahnung an, als hättest du dich von einst wichtigen Werten entfernt. Es lohnt sich, darin eine Frage zu sehen und kein Urteil. Der Traum spricht vom Gewissen des Träumenden, nicht vom Urteil des Verstorbenen, und kommt oft vor Entscheidungen, von denen man selbst nicht ganz überzeugt ist.
Was bedeutet es, die verstorbenen Eltern im Traum zu sehen?
Vater und Mutter zusammen, oft jünger als in der Erinnerung, manchmal in der alten Küche. Das Egyptische Traumbuch von 1870 notiert knapp: „Eltern … verstorbene sehen: unerwartete Freude harrt Deiner.“ Psychologisch zeigt das Paar oft das Zuhause, aus dem du kommst, und die Frage, was du davon heute noch mitträgst. Mehr zur Mutter steht auf der Seite zur verstorbenen Mutter.
Was bedeutet der Traum vom verstorbenen Vater aus psychologischer Sicht?
Der verstorbene Vater erscheint häufig als Gestalt der Autorität oder als der Maßstab, an dem der Träumende sich noch immer misst. Er kann seine tatsächliche Stimme tragen oder etwas Archetypischeres, den inneren Richter oder den verlässlichen Älteren.
Am nützlichsten ist die Beobachtung, dass seine Anwesenheit dazu einlädt zu bemerken, welches Erbe noch mitgetragen wird: eine Art, sich selbst zu beurteilen, die so früh übernommen wurde, dass sie unsichtbar geworden ist.
Eine Frage, bei der es sich zu bleiben lohnt
An wessen Maßstab misst du dich in letzter Zeit am häufigsten, und ist er noch deiner?
Kommt dein Vater immer vor Entscheidungen? Sitzt er immer in derselben Küche, schweigt er immer an derselben Stelle? Die allgemeine Bedeutung dieses Traums, eine Bindung, die weiterspricht, steht auf dieser Seite. Welche Frage dein Vater im Traum trägt, zeigt sich erst, wenn deine Träume über Monate nebeneinanderliegen. Genau dafür ist Dreamlock gebaut, im App Store fürs iPhone.
