Wer mit einem Hund lebt, träumt anders von Hunden als jemand, der einmal gebissen wurde. Genau das macht diesen Traum besonders: Er ist eng mit der eigenen Geschichte verwoben, und schon Artemidor fragte zuerst, wessen Hund es war.

Traumbild Was die alten Bücher lasen Quelle
Hundebiss Anfeindungen und große Verluste (Artemidor); „man wird Dich verleumden“ (Egyptisches Traumbuch) Artemidor / Egyptisches Traumbuch
Bellender Hund „sei auf Deiner Hut sonst betrügt man Dich“ Egyptisches Traumbuch
Zutraulicher Hund Beim fremden Hund Betrug und Nachstellung, beim eigenen ein gut geführtes Haus Artemidor / Egyptisches Traumbuch
Schwarzer Hund Beißt oder bellt er, „geheime“ Angriffe Artemidor
Weißer Hund Beißt oder bellt er, „offene“ Angriffe Artemidor

Wie deuten die alten Traumbücher den Hund?

Das Egyptische Traumbuch von 1870, erschienen unter dem Namen des Mönchs Aegydius Lebrecht, beginnt freundlich: „Hund sehen: einen neuen Freund bekommen.“ Sobald der Hund aber etwas tut, beißt, bellt oder schmeichelt, kippt das Urteil ins Warnende.

Artemidor von Daldis, dessen Traumbuch aus dem 2. Jahrhundert Friedrich S. Krauss 1881 ins Deutsche übertrug, sortierte genauer. Er unterschied Jagdhunde, Wachhunde und Schoßhunde und vor allem den eigenen Hund vom fremden: „Hinwiederum bedeuten die Haushunde die Gattin, die Häuslichkeit und das erworbene Vermögen.“ Jagdhunde standen bei ihm für Gewinn von außen. Fremde Hunde, die bissen oder bellten, stufte er sogar nach ihrer Farbe.

Wo beide Bücher dieselbe Szene deuten, sind sie sich meist einig, beim Biss und beim schmeichelnden Hund. Auseinander gehen sie beim zutraulichen eigenen Hund, den nur Artemidor günstig las. Zu Welpen, großen Hunden oder einer Hundejagd sagen beide nichts.

Was der Hund im Traum tut

Das sind Deutungen aus alten Traumbüchern, als Überlieferung wiedergegeben – kein Traum sagt die Zukunft voraus.

Traumdeutung Hundebiss: Was bedeutet es, wenn dich ein Hund beißt?

Ob Wade, Hand oder Schulter: Beim Hundebiss weiß man morgens oft noch genau, wo die Zähne saßen. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las ihn kurz: „Hund … von ihm gebissen werden: man wird Dich verleumden.“ Biss der eigene Hund, sah Lebrecht darin, vom besten Freund verlassen zu werden. Artemidor las wild gewordene, beißende eigene Hunde als Anfeindungen von verächtlichen Leuten und große Verluste, fremde als heimtückische Angriffe. Die moderne Lesart hört dasselbe Motiv: Vertrauen, das eine scharfe Kante gezeigt hat. Kam der Biss ohne Warnung, oder hattest du das Knurren überhört?

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Was bedeutet es, wenn dich im Traum ein Hund jagt?

Ein Hund, der hinter dir herrennt, verbindet zwei Urängste: das Tier und die Flucht. Lebrecht und Artemidor haben keinen eigenen Eintrag für den jagenden Hund; das Egyptische Traumbuch kennt nur allgemein die Verfolgung durch Tiere, die es als Beleidigung las (mehr dazu unter verfolgt werden). Psychologisch liegt der Traum nahe am klassischen Vermeidungstraum: Etwas, das dich wachsam macht, kommt näher, und du läufst, statt dich umzudrehen.

Was bedeutet es, wenn der Hund im Traum bellt, knurrt oder aggressiv ist?

Ein Hund, der knurrt und die Zähne zeigt, aber nicht beißt, hält den Traum in Spannung. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las das Bellen als Mahnung: „Hund … bellen hören: sei auf Deiner Hut sonst betrügt man Dich.“ Artemidor stellte Bellen und Beißen in eine Reihe, beides las er als Feindseligkeit. Die Psychologie liest die Aggression im Traum als geprobtes Unbehagen: Irgendwo in deinem Umfeld stimmt der Ton gerade nicht, und der Traum spielt die Spannung durch, bevor du sie beim Namen nennst.

Was bedeutet ein zutraulicher, schwanzwedelnder Hund im Traum?

Ein Hund, der dir entgegenkommt und sich an dich drückt, sollte ein freundlicher Traum sein, doch Artemidor und Lebrecht sahen das erstaunlich skeptisch. Artemidor schrieb: „Fremde Hunde, die Einen anwedeln, bedeuten Betrügereien und Nachstellungen von verworfenen Manns- oder Weibsbildern“; nur die eigenen, gut gefütterten Hunde, die ihren Herrn umwedeln, las er als geordnetes Haus. Das Egyptische Traumbuch von 1870 war noch knapper: „Hund … schmeichelt er Dir: nimm Dich vor Deinen Freunden in Acht.“ Heute liest man den zutraulichen Hund meist als Bild für Nähe, die dir gerade guttut.

Wessen Hund und wie er aussieht

Was bedeutet es, wenn es im Traum dein eigener Hund ist?

Der eigene Hund, lebendig oder schon lange tot, ist eine eigene Art von Traum. Artemidor trennte ihn ausdrücklich vom fremden: Die Haushunde standen bei ihm für Ehefrau, Haushalt und Besitz, und wohlgenährte Hunde, die sich um ihren Herrn drängten, las er als sicheres Zuhause. Heute handeln Träume vom eigenen Hund meist von der Bindung selbst: Nähe, Verlässlichkeit, manchmal ein leises schlechtes Gewissen über zu wenig gemeinsame Zeit.

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Was bedeutet ein schwarzer Hund im Traum?

Ein schwarzer Hund — ein schwarzer Hund sitzt ruhig auf einem mondhellen Feldweg, fern ein erleuchtetes Fenster
Ein schwarzer Hund

Nach dem schwarzen Hund wird besonders oft gefragt. Artemidor gab tatsächlich eine Farbskala, allerdings nur für fremde Hunde, die bissen oder bellten: Die weißen standen für offene Angriffe, „die schwarzen geheime“. Ein ruhiger schwarzer Hund kommt in seinem Buch nicht vor. Modern gelesen steht das Schwarz eher für das, was man nicht klar sieht: eine Stimmung, eine Schwere, einen Menschen, dessen Absichten im Dunkeln bleiben. Frag dich, ob der Hund bedrohlich war oder nur still.

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Was bedeutet ein weißer Hund im Traum?

Ein weißer Hund — ein weißer Hund trabt einen nebligen Uferweg entlang, sein Fell leuchtet im Mondlicht
Ein weißer Hund

Ein weißer Hund leuchtet im Traum oft förmlich. In Artemidors Farbskala für beißende oder bellende fremde Hunde stand er für Angriffe, die „offen“ geschahen, im Gegensatz zu den geheimen der schwarzen und den weit schrecklicheren der gefleckten Hunde. Freundliche weiße Hunde deutete er nicht. Heute verbinden viele das Weiß mit Klarheit und Schutz, und ein weißer Hund, der einfach mitläuft, wird oft als Begleiter erlebt, der den Weg zeigt.

Was bedeutet ein großer Hund im Traum?

Ein Hund, der größer ist als in Wirklichkeit, fast so hoch wie ein Mensch, ist entweder beschützend oder bedrohlich, selten etwas dazwischen. Nach der Größe unterscheiden Artemidor und das Egyptische Traumbuch nicht; Artemidor sortierte Hunde nach ihrem Nutzen, nicht nach ihrem Maß. Psychologisch zeigt die Größe, wie viel Raum ein Gefühl oder ein Mensch gerade in deinem Leben einnimmt.

Was bedeuten Welpen im Traum?

Welpen — drei schlafende Welpen in einem Strohkorb am warmen Herd
Welpen

Ein Korb voller Welpen ist ein warmes Bild. Welpen kommen weder bei Artemidor noch im Egyptischen Traumbuch vor. Die moderne Lesart ist freundlich: Etwas Junges, Verspieltes und Verletzliches ist in deiner Obhut oder wünscht sich Obhut, ein neues Vorhaben, eine neue Beziehung, eine Verantwortung, die gerade erst anfängt.

Was bedeutet ein Hundetraum aus psychologischer Sicht?

Psychologen lesen den Hund als gezähmte Treue und gezähmten Instinkt. Hundeträume folgen auffallend oft dem Zustand der vertrauten Bindungen: ein warmer Hund neben warmer Verbundenheit, ein drohender, wenn Vertrauen gerade strapaziert ist. Der beißende Hund ist die scharfe Form davon, eine Verletzung von dort, wo Sicherheit selbstverständlich schien. Ein Hund, der dich im Traum nur begleitet, ohne dass etwas geschieht, ist deshalb kein leerer Traum: Begleitung ist bei diesem Symbol bereits die Aussage.

Eine Frage, bei der es sich zu bleiben lohnt

Welche deiner vertrauten Bindungen hat sich zuletzt leise verändert, und trägt dein Traumhund vielleicht ihre Züge?


So weit die allgemeine Bedeutung. Aber dein Traum kannte den Hund, seine Farbe, das Tor, an dem er wartete, und das Gefühl beim Aufwachen. Ob Hunde bei dir für Treue, für alte Angst oder für einen bestimmten Menschen stehen, zeigt sich erst über viele Träume hinweg. Genau dafür ist Dreamlock gebaut: im App Store fürs iPhone.