Der Traum endet fast immer vor dem Aufprall: das Sacken der Maschine, die Schräglage, die Gesichter, dann wachst du auf, das Herz laut. Der Flugzeugabsturz gehört zu den Träumen, die den Tag danach verfärben, und die erste ehrliche Auskunft gehört an den Anfang: Er kündigt nichts an. Er erzählt von etwas, das längst im Gange ist. Artemidor und das Egyptische Traumbuch sind älter als das Flugzeug; das Nächste, was sie anbieten, ist ihr Eintrag über das Fliegen aus eigener Kraft.

Was sagen die alten Traumbücher zum Flugzeug?

Artemidor von Daldis schrieb sein Traumbuch im 2. Jahrhundert, das Egyptische Traumbuch des Aegydius Lebrecht erschien 1870, lange vor dem ersten Motorflug. Ein Flugzeug kommt in keinem der beiden vor, und diese Seite erfindet ihnen keine Deutung dazu. Was sie haben, ist das Fliegen selbst, und als Verwandter ist es aufschlussreich.

Artemidor, in der Übersetzung von Friedrich S. Krauss (1881), widmete dem Fliegen ein langes Kapitel und unterschied genau nach Höhe und Haltung. Den niedrigen, aufrechten Flug las er als Glück, den hohen dagegen ganz anders: „Das Gesicht, dass man unbeflügelt und zwar hoch in den Lüften fliegt … bedeutet dem Träumenden Gefahr und Furcht“. Als schlimmsten Flugtraum nannte Artemidor den, in dem man fliegen will und es nicht kann. Das Egyptische Traumbuch von 1870 notiert knapp: „Fliegen in der Luft: bevorstehende Reise.“

Man muss diese Sätze nicht aufs Flugzeug übertragen, um etwas in ihnen zu erkennen. Schon Artemidor fragte beim Fliegen, wie hoch und in welcher Haltung jemand flog. Der moderne Flugzeugtraum stellt ähnliche Fragen und eine neue dazu: Wer hat die Kontrolle? Denn heute sitzt ein Fremder im Cockpit. Was die Bücher zum Flug ohne Maschine sagen, steht beim Traum vom Fliegen.

Der Absturz im Traum

Die alten Traumbücher kennen diesen Traum nicht; was folgt, ist die moderne, psychologische Deutung – kein Traum sagt die Zukunft voraus.

Was bedeutet ein Flugzeugabsturz im Traum?

Ein Flugzeugabsturz im Traum — ein Flugzeug senkt sich durch mondhelle Gewitterwolken über dunklem Meer
Ein Flugzeugabsturz

Die Maschine sackt ab, jemand schreit, der Boden kommt näher: Kaum ein Traum fühlt sich so endgültig an. Psychologen lesen ihn selten als Angst vor dem Fliegen, sondern als Angst innerhalb einer Veränderung, die schon beschlossen ist. Man sitzt bereits in der Maschine, die Türen sind zu, und steuern kann man nicht. Genau dieses Ausgeliefertsein ist der Kern des Traums: vertrauen zu müssen, ohne eingreifen zu können. Dass er so gewaltig wirkt, hat einen schlichten Grund. Die Einsätze sind im Wachleben meist wirklich hoch, ein neuer Job, ein Umzug, eine Trennung.

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Was bedeutet es, im Traum einen Flugzeugabsturz zu beobachten?

Vom Boden aus zusehen verschiebt den Traum: Nicht dein Flug stürzt, sondern ein fremder. Oft steckt darin die Sorge um das Risiko eines anderen Menschen, dessen Vorhaben du für zu hoch gegriffen hältst, oder um eine Entwicklung, die du nur beobachten kannst. Die Distanz im Traum ist ehrlich: beteiligt im Gefühl, machtlos in der Sache. Manchmal ist die Maschine auch ein Teil von dir, den du von außen betrachtest, ein alter Plan etwa, den du innerlich schon aufgegeben hast. Frag dich, wessen Maschine da fiel.

Was bedeutet es, einen Flugzeugabsturz im Traum zu überleben?

Manche Träume gehen weiter, als die Angst reicht: Die Maschine liegt im Feld, Rauch steigt auf, und du steigst aus. Das Überleben ist keine Randnotiz, sondern der Kern dieses Traums, denn die Katastrophe wird durchgespielt und bekommt einen Ausgang. Wer so träumt, probt oft die Frage, ob ein Scheitern zu überstehen wäre. Der Traum antwortet in seiner eigenen Sprache: offenbar ja. Viele erinnern sich danach weniger an den Absturz als an den Moment danach, an die Stille, das Gras, die eigenen Hände.

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Der Flug selbst

Was bedeutet es, im Traum mit dem Flugzeug zu fliegen?

Nicht jeder Flugzeugtraum handelt von Gefahr. Oft sitzt man einfach am Fenster, das Ziel ist unklar, vielleicht ist es ein Ort, den man nie besucht hat. Modern gelesen steht der Flug für einen Übergang zwischen zwei Lebensabschnitten: Das Alte liegt schon hinter einem, das Neue ist noch nicht da. Das Flugzeug ist dafür ein genaues Bild, weil es keine Zwischenstopps kennt, sobald es abgehoben hat. Achte darauf, wohin die Reise ging und mit wem du geflogen bist, denn dort liegt meist mehr Bedeutung als im Flugzeug selbst.

Was bedeutet ein ruhiger Flug im Traum?

Der ruhige Flug ist die freundliche Hälfte des Symbols: getragen werden, Höhe gewinnen, das eigene Leben von oben sehen. Die moderne Lesart erkennt darin einen Übergang, dem du inzwischen traust, oder ein Vorhaben, das gut angelaufen ist. Wer sonst vom Fliegen aus eigener Kraft träumt und plötzlich im Flugzeug sitzt, darf auch das bemerken: Das Vorhaben ist größer geworden als die eigenen Flügel und trägt trotzdem. Nach einer Phase voller Absturzträume ist ein ruhiger Flug oft das erste Zeichen, dass sich etwas gesetzt hat.

Was bedeutet es, im Traum das Flugzeug zu verpassen?

Das Flugzeug verpassen im Traum — ein leeres Gate bei Nacht, draußen hebt ein Flugzeug ab
Das Flugzeug verpassen

Der kleine Bruder des Absturzes, und im Alltag der häufigere: die Sicherheitskontrolle, der Stau, der Flugsteig, der gerade schließt. Die moderne Lesart sieht darin eine Gelegenheit, die vorbeizuziehen droht, oder die Erschöpfung von zu vielen Verpflichtungen auf einmal. Auffällig oft träumen ihn Menschen, die im Wachleben gar nichts verpassen außer Schlaf. Der Traum ist eng verwandt mit dem vom Zuspätkommen: Beide fragen, ob du mit dem Tempo deines Lebens noch Schritt hältst.

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Was bedeutet ein Flugzeugtraum aus psychologischer Sicht?

Psychologen sehen im Flugzeug den Übergang in Reinform. Flüge begleiten die großen Überquerungen: einen Aufbruch, einen Umzug, eine Veränderung, die keine Zwischenstopps kennt, sobald sie begonnen hat. Freud zählte Flug- und Fallträume zu den typischen Träumen, die fast jeder kennt; Jung las Bilder von Höhe und Sturz als Ausgleich, wenn jemand im Wachleben zu hoch hinaus will oder sich zu klein macht.

Die heute verbreitete Lesart ist schlichter. Der Flugzeugtraum verhandelt Kontrolle und Vertrauen. Im Auto sitzt man selbst am Steuer, im Flugzeug nicht, und genau deshalb taucht es auf, wenn man sich auf andere verlassen muss: auf einen Arbeitgeber, einen Partner, einen Arzt, ein System. Die Absturzangst im Traum ist dann weniger Panik als Probe. Der Traum spielt das Schlimmste durch, damit der Tag es nicht muss. Wer ihn immer wieder träumt, steckt meist mitten in einer Lage, die noch nicht entschieden ist.

Eine Frage, bei der es sich zu bleiben lohnt

Welche große Sache in deinem Leben ist bereits gestartet und lässt sich nicht mehr anhalten, und wem musst du dabei vertrauen, ohne selbst steuern zu können?


Ein Absturztraum ist keine Prophezeiung, sondern ein Porträt deines Verhältnisses zu einem großen Übergang. Ob dein Absturztraum vor Prüfungen kommt, nach Nachrichten oder immer dann, wenn ein Projekt abhebt, zeigt sich erst, wenn deine Träume beieinanderliegen. Genau dafür ist Dreamlock gebaut: Es sammelt deine Träume, malt sie und zeigt, was wiederkehrt. Im App Store fürs iPhone.