Nach einem Streit im Traum ist man oft noch Minuten nach dem Aufwachen gereizt, manchmal sogar auf den Menschen, der friedlich neben einem schläft. Die Worte waren schärfer als im wachen Leben, die Wut lauter, und gerade das macht diese Träume so unangenehm. Die alten Traumbücher kannten das Streiten, das Ringen und den Faustkampf gut und lasen sie überraschend verschieden.
| Traumbild | Was die alten Bücher lasen | Quelle |
|---|---|---|
| Selbst streiten | Zank haben: in angenehme Gesellschaft kommen | Egyptisches Traumbuch |
| Streit mit der Familie | Ringen mit Verwandten: Zwist mit eben diesen Menschen | Artemidor |
| Schlägerei | Faustkampf: Schmach und Verluste | Artemidor |
| Einen Kampf gewinnen | immer besser, den Sieg davonzutragen; Schläge austeilen: Feinde überwinden | Artemidor / Egyptisches Traumbuch |
| Einen Kampf verlieren | Schläge bekommen: Versöhnung mit den Feinden | Egyptisches Traumbuch |
| Anderen beim Streiten zusehen | einen Prozess bekommen | Egyptisches Traumbuch |
Was bedeutet es, im Traum zu streiten?
Artemidor von Daldis, dessen Traumbuch aus dem 2. Jahrhundert seit 1881 in der Übersetzung von Friedrich S. Krauss vorliegt, schrieb nicht über das Streiten mit Worten, sondern über Ringen und Faustkampf, die Kampfarten seiner Zeit. Er las sie sehr persönlich: Mit wem man im Traum ringt, mit dem gerät man in Zwist, und wer im Traum siegt, ist auch bei Tage der Stärkere. Den Faustkampf las er für fast jeden ungünstig.
Das Egyptische Traumbuch von 1870, erschienen unter dem Namen des Mönchs Aegydius Lebrecht, ist viel bürgerlicher. Es kennt Zank, Streit, Prügel und Schläge, und es liest sie oft gegen den Strich. Selbst Zank zu haben bedeutete dort angenehme Gesellschaft, Schläge zu bekommen Versöhnung. Nur wer einem fremden Streit beiwohnt, dem las es einen Prozess.
So stehen sich die Bücher gegenüber: Artemidor nimmt den Kampf ernst und fast wörtlich, das Egyptische Traumbuch liest ihn oft als sein Gegenteil. Beim Streit mit dem Partner schweigen beide, und wir sagen es.
Mit wem du gestritten hast
Das sind Deutungen aus alten Traumbüchern, als Überlieferung wiedergegeben – kein Traum sagt die Zukunft voraus.
Was bedeutet es, im Traum zu streiten?
Die Stimmen werden lauter, die Sätze schärfer, und du hörst dich Dinge sagen, die du wach nie sagen würdest. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las es, selbst Zank zu haben, ganz gegen die Erwartung, als Zeichen, in angenehme Gesellschaft zu kommen. Artemidor kennt den Wortstreit nicht als eigenes Traumbild. Modern gelesen ist der Traumstreit oft ein Ventil: Ein Ärger, der tagsüber hinuntergeschluckt wurde, bekommt nachts eine Stimme.
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Was bedeutet ein Streit mit dem Partner im Traum?

Ausgerechnet mit dem Menschen, der dir am nächsten ist, wird im Traum am heftigsten gestritten, und morgens liegt er ahnungslos neben dir. Weder Artemidor noch das Egyptische Traumbuch beschreiben diese Szene, und wir erfinden ihnen keine Deutung dazu. Psychologisch zeigt sie selten eine Krise. Häufiger geht es um ein kleines Bedürfnis, das in der Beziehung keinen Platz findet, oder um Nähe, die gerade auch anstrengend ist. Mehr dazu steht beim Traum vom Fremdgehen.
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Was bedeutet ein Streit mit der Familie im Traum?
Die Mutter, der Bruder, der Vater am Küchentisch, und plötzlich fliegen die alten Vorwürfe hin und her. Artemidor las diesen Traum direkt: „Das Ringen mit einem Blutsverwandten oder Freunde bedeutet Zwistigkeiten und Streit mit dem Betreffenden.“ Lebten die beiden schon im Zwist, so sei derjenige, der im Traum siegt, auch bei Tage der Stärkere. Modern gelesen kehren in Familienstreit-Träumen oft alte Rollen zurück, aus denen man längst herausgewachsen zu sein glaubte.
Wie der Kampf ausging
Was bedeutet eine Schlägerei im Traum?
Aus Worten werden Fäuste, und der Traum wird körperlich: Schläge, Stöße, der eigene Arm, der viel zu schwach scheint. Artemidor las den Faustkampf für jeden ungünstig, „denn es bedeutet nebst Schmach auch Verluste“: Das Gesicht werde entstellt, und vergossenes Blut stand für ihn für Geld. Nur Ärzte, Opferpriester und Köche, die von Blut leben, nahm er aus. Heute steht die Schlägerei oft für einen Konflikt, der zu lange nur gedacht wurde.
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Was bedeutet es, im Traum einen Kampf zu gewinnen?
Der Gegner liegt am Boden, und du stehst. Artemidor schloss sein Kapitel über das Ringen mit einer schlichten Regel: „Doch ist es immer besser, den Sieg davonzutragen.“ Das Egyptische Traumbuch von 1870 las es, Schläge auszuteilen, als Zeichen, die eigenen Feinde zu überwinden. Modern gelesen ist der Sieg im Traum oft ein Bild für wiedergewonnene Kraft, für eine Grenze, die du endlich gezogen hast.
Was bedeutet es, im Traum einen Kampf zu verlieren?
Du gehst zu Boden, die Schläge treffen dich, und du kannst dich nicht wehren. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las es, Schläge zu bekommen, überraschend als Versöhnung mit den eigenen Feinden; seine Zeile über Prügel las es dagegen als Mahnung, vorsichtig mit Bekannten zu sein. Psychologisch steht die Niederlage im Traum oft für Ohnmacht in einer Lage, in der du dich gerade unterlegen fühlst.
Was bedeutet es, im Traum anderen beim Streiten zuzusehen?

Du stehst daneben, im Halbdunkel, und zwei andere schreien sich an oder gehen aufeinander los. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las es, einem Streit beizuwohnen, als Prozess, einem Zank beizuwohnen dagegen nur als Neuigkeiten, die man hört. Ringen zu sehen las es als ein Unglück, das droht. Modern gelesen bist du in diesem Traum Zeugin oder Zeuge eines Konflikts, der dich mehr betrifft, als du zugeben möchtest.
Was bedeuten Streitträume aus psychologischer Sicht?
Streitträume sind verbreitet, und sie handeln fast immer von Nähe. Man streitet im Traum selten mit Fremden, sondern mit den Menschen, die einem wichtig sind. Freud sah im Traum einen Ort, an dem verdrängte Wünsche und Aggressionen eine verkleidete Bühne bekommen. Jung hätte gefragt, ob der Gegner im Traum nicht ein Teil von dir selbst ist, eine Seite, mit der du gerade ringst.
Die moderne Traumforschung beobachtet, dass Träume Gefühle oft verarbeiten, indem sie sie übertreiben. Ein leiser Ärger wird zum Geschrei, eine Kränkung zur Prügelei. Das macht den Traum unangenehm, aber nicht bedrohlich. Erstaunlich ist, wie modern Artemidors Regel klingt, dass der Sieger im Traum auch bei Tage der Stärkere sei: Wer im Traum für sich einsteht, übt vielleicht gerade genau das.
Eine Frage, bei der es sich zu bleiben lohnt
Welcher Satz liegt dir schon lange auf der Zunge, den du im wachen Leben noch nicht ausgesprochen hast?
Zwist, Entlastung, alte Rollen: Das ist, was ein Streit im Traum allgemein bedeuten kann. Dein Streit aber hatte bestimmte Worte, einen bestimmten Gegner und kam vielleicht immer in denselben angespannten Wochen zurück. Was dahinterliegt, zeigt sich oft erst, wenn die eigenen Träume aufgeschrieben nebeneinanderliegen. Dafür gibt es Dreamlock, im App Store fürs iPhone.
