Ein See, ein Fluss, eine überschwemmte Straße, ein Glas, das überläuft: Wasser kommt in Träumen in vielen Gestalten vor, oft nur als Kulisse. Artemidor und das Egyptische Traumbuch stellten an dieses Bild zuerst dieselbe Frage: Wie sah das Wasser aus?
| Traumbild | Was die alten Bücher lasen | Quelle |
|---|---|---|
| Wasser im Haus | Trüb: Unglück fürs Haus; klar: Erwerb und Geld im Überfluss | Artemidor |
| Klares Wasser | Gutes für Reisende (Artemidor); „frohe glückliche Tage“ (Egyptisches Traumbuch) | Artemidor / Egyptisches Traumbuch |
| Trübes Wasser | Bedrohung, Hindernis (Artemidor); „Kummer und Mißmuth“ (Egyptisches Traumbuch) | Artemidor / Egyptisches Traumbuch |
| Schwimmen | Das Hineingeraten in äußerste Gefahr | Artemidor |
| Baden | In klarem Wasser gut (Artemidor); allein baden: Glück (Egyptisches Traumbuch) | Artemidor / Egyptisches Traumbuch |
| Wasser trinken | Kalt: Glück (Artemidor); „Unwohlsein“ (Egyptisches Traumbuch) | Artemidor / Egyptisches Traumbuch |
Was bedeutet es, von Wasser zu träumen?
Artemidor von Daldis, auf Deutsch seit 1881 in der Übersetzung von Friedrich S. Krauss, las Wasser selten für sich allein. Er fragte, wo es floss, wie es aussah und was der Träumende damit tat. Flüsse verglich er mit Herren und Richtern, die tun, was sie wollen, und mit Reisen, weil ihr Wasser nie stillsteht. Klar und ruhig brachten sie Gutes, schlammig und trüb Bedrohung.
Das Egyptische Traumbuch von 1870, erschienen unter dem Namen des Mönchs Aegydius Lebrecht, folgt derselben Grundregel, nur knapper: „Wasser … helles sehen: frohe glückliche Tage.“ Trübes Wasser las es als Kummer und Missmut, gefrorenes als Gefahr.
Beim Zustand des Wassers sind sich die beiden Bücher also einig. Auseinander gehen sie bei dem, was man mit dem Wasser tut: beim Trinken und beim Schwimmen. Und zu manchem, wonach heute oft gefragt wird, dem tiefen oder steigenden Wasser, sagen beide nichts.
Wo und wie das Wasser war
Das sind Deutungen aus alten Traumbüchern, als Überlieferung wiedergegeben – kein Traum sagt die Zukunft voraus.
Was bedeutet Wasser im Haus im Traum?

Wasser, das über die Schwelle kommt oder still auf dem Boden steht, gehört zu den unheimlichen Wasserbildern. Artemidor unterschied streng nach Klarheit: Trübes Wasser, das ins Haus fließt, las er als Unglück für das Haus, „während ein klares Erwerb und Geld im Ueberfluss bedeutet“. Ein klarer Bach, der ins Haus fließt, stand bei ihm sogar für einen reichen Mann, der zum Nutzen der Familie eintritt. Modern gelesen ist Wasser im Haus ein Gefühl, das in den privatesten Raum vorgedrungen ist.
Was bedeutet klares Wasser im Traum?

Ein freundliches Bild: Wasser, durch das man bis auf den Grund sieht. Artemidor las Flüsse mit reinem, hell durchsichtigem Wasser, die ruhig dahinströmen, als gut für Prozessierende und Reisende. Das Egyptische Traumbuch von 1870 notierte: „Wasser … helles sehen: frohe glückliche Tage.“ Die moderne Entsprechung ist unspektakulär und wertvoll: eine Phase, in der sich deine Gefühle überblicken lassen.
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Was bedeutet trübes oder schmutziges Wasser im Traum?

Schlammiges, trübes Wasser nimmt die Sicht. Artemidor las solche Flüsse als „Bedrohung von Seite der Herren und Richter“ und als Hindernis für jede Reise. Das Egyptische Traumbuch von 1870 stimmte zu: „Wasser … trübes sehen: Kummer und Mißmuth.“ Psychologisch ist trübes Wasser selten das Problem selbst, sondern das Zeichen, dass sich ein Gefühl gerade nicht klären lässt. Oft hilft es, zu warten, bis sich etwas absetzt.
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Was bedeutet tiefes Wasser im Traum?
Tiefes, dunkles Wasser, dessen Grund man nicht sieht, zieht im Traum an und macht Angst zugleich. Artemidor und das Egyptische Traumbuch unterscheiden Wasser nicht nach seiner Tiefe. Psychologen lesen die Tiefe als das, was unter der Oberfläche des Bewusstseins liegt und von dort aus mitspricht. Frag dich, was du in diesen Tagen lieber nicht so genau anschauen willst.
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Was bedeutet es, wenn das Wasser im Traum steigt?
Wenn das Wasser steigt, in Zimmer läuft, Straßen füllt, verschiebt sich das Bild vom Zustand zur Bewegung. Eine eigene Deutung für steigendes Wasser haben Artemidor und das Egyptische Traumbuch nicht. Modern gelesen rückt etwas näher, schneller, als dir lieb ist: zu viel Gefühl in zu kurzer Zeit. Steht das Wasser schon hüfthoch, ist der Traum beim Hochwasser angekommen.
Was du im Wasser getan hast
Was bedeutet Schwimmen im Traum?
Schwimmen fühlt sich im Traum oft leicht an, manchmal mühsam. Artemidor las es streng: „Der Traum, dass man in einem See … schwimme, bedeutet das Hineingerathen in die äusserste Gefahr“, denn was dem Fisch an Land widerfahre, widerfahre dem Menschen im Wasser. Sich schwimmend zu retten, war ihm aber besser, als mitten im Strom zu ertrinken. Modern gelesen zählt vor allem, ob du vorankamst oder nur den Kopf über Wasser hieltst.
Was bedeutet Baden im Traum?
Baden ist die ruhigere Schwester des Schwimmens. Artemidor trennte beide deutlich: In Quellen, Seen und Flüssen mit klarem Wasser zu baden, sei gut, „aber keineswegs zu schwimmen“. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las das Bad mit jemandem in hellem Wasser als Familienfreuden, allein zu baden als Glück, das Bad in trübem Wasser dagegen als bedrohte Ruhe. Psychologisch steht das Bad oft für Reinigung, für einen Abschluss, nach dem man frischer dasteht.
Was bedeutet es, im Traum Wasser zu trinken?
Ein Glas Wasser, ein Schluck aus der Quelle: Hier widersprechen sich die Bücher. Artemidor las kaltes Wasser als Glück für alle, warmes dagegen als Krankheit und Müßiggang, außer für jene, die es gewohnt sind. Das Egyptische Traumbuch von 1870 las jedes Trinken knapp als „Unwohlsein“. Beides ist Überlieferung, keine Diagnose. Modern gelesen stillt der Traum oft einen Durst, der nichts mit Wasser zu tun hat.
Was bedeutet es, im Traum ins Wasser zu fallen?
Der Sturz ist der Übergang ohne Einladung. Einen Eintrag für den Fall ins Wasser haben Artemidor und Lebrecht nicht. Modern gelesen bist du in etwas hineingeraten: eine Verantwortung, einen Konflikt, eine Geschichte, die schon lief. Ob du im Traum schwimmst oder untergehst, erzählt mehr als der Sturz selbst.
Was bedeutet ein Wassertraum aus psychologischer Sicht?
Die psychologische Kurzformel ist seit langem dieselbe: Wasser steht für das Gefühlsleben. Sein Zustand, klar, trüb, steigend, gefroren, läuft erstaunlich genau mit der Frage mit, wie gut sich die eigenen Gefühle gerade handhaben lassen. Überflutendes Wasser begleitet Phasen, in denen Empfindung schneller ankommt, als sie sich verarbeiten lässt; die Tiefe lesen viele als das Unbewusste.
Damit sind sich alte und neue Lesart näher, als man denkt. Artemidor fragte, ob das Wasser klar oder trüb war; Psychologen fragen, ob sich ein Gefühl klären lässt. Das Bild ist dasselbe geblieben, nur die Begründung hat sich geändert.
Eine Frage, bei der es sich zu bleiben lohnt
Wenn du dein Gefühlsleben in diesem Moment als Gewässer malen müsstest, wäre es klar oder trüb, still oder steigend? Und seit wann?
Die allgemeine Bedeutung von Wasser ist schnell erzählt: Der Zustand zählt. Aber ob dein Wasser ein See aus der Kindheit war oder die Straße vor deiner Arbeit, und ob es immer steigt, wenn eine bestimmte Woche ansteht, sieht nur, wer die eigenen Träume beieinander hat. Dreamlock tut genau das: deine Träume anhören, malen und die Muster darin finden. Die App gibt es im App Store fürs iPhone.
